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Malteser in Stuttgart

Stuttgart: "Die Integration hat kein Drehbuch"

Empowerment VON Geflüchteten FÜR Geflüchtete

30.03.2019
Dreharbeiten in Stuttgart für den Kurzfilm "The Victim - wer ist das Opfer?". Foto:Malteser
Dreharbeiten in Stuttgart für den Kurzfilm "The Victim - wer ist das Opfer?". Foto:Malteser
Gesprächsrunde anlässlich der Filmpremiere Ende März in der VHS Stuttgart. V.l.n.r.: Ayse Oezbabacan (Stadt Stuttgart), Marja Rothenhöfer (Malteser), Adejoke Alabi (Schauspielerin), Simone Gunkel (Landesfilmdienst), Lady Parra (Malteser), Bagher Karimi (Drehbuchautor), Masooma Torfa (Malteser), Ahmad Parvizi (Projektleiter). Foto: Malteser
Gesprächsrunde anlässlich der Filmpremiere Ende März in der VHS Stuttgart. V.l.n.r.: Ayse Oezbabacan (Stadt Stuttgart), Marja Rothenhöfer (Malteser), Adejoke Alabi (Schauspielerin), Simone Gunkel (Landesfilmdienst), Lady Parra (Malteser), Bagher Karimi (Drehbuchautor), Masooma Torfa (Malteser), Ahmad Parvizi (Projektleiter). Foto: Malteser
Der Drehbuchautor Bagher Karimi spricht über die Erfahrungen und Gedanken, die zu dem Film "Carroll" geführt haben. Foto: Malteser
Der Drehbuchautor Bagher Karimi spricht über die Erfahrungen und Gedanken, die zu dem Film "Carroll" geführt haben. Foto: Malteser
Ayse Oezbabacan von der Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, die das Filmprojekt im Rahmen ihres Empowerment-Programms förderte, führte durch den Abend der Filmpremiere. Foto: Malteser
Ayse Oezbabacan von der Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, die das Filmprojekt im Rahmen ihres Empowerment-Programms förderte, führte durch den Abend der Filmpremiere. Foto: Malteser
Sechs Geflüchtete zeigen im Rahmen des Förderprogramms „Empowerment VON Geflüchteten FÜR Geflüchtete“ in drei Kurzfilmen auf, was Integration in Deutschland für sie und andere Flüchtlinge bedeutet. Foto: Malteser
Sechs Geflüchtete zeigen im Rahmen des Förderprogramms „Empowerment VON Geflüchteten FÜR Geflüchtete“ in drei Kurzfilmen auf, was Integration in Deutschland für sie und andere Flüchtlinge bedeutet. Foto: Malteser
15 Einrichtungen und mehr als 40 Personen wirkten bei der Realisierung der Kurzfilme mit; ein Großteil von ihnen war zur Filmpremiere Ende März in die VHS Stuttgart gekommen. Foto: Malteser
15 Einrichtungen und mehr als 40 Personen wirkten bei der Realisierung der Kurzfilme mit; ein Großteil von ihnen war zur Filmpremiere Ende März in die VHS Stuttgart gekommen. Foto: Malteser

Stuttgart. „Schenken Sie uns Geflüchteten Ihr Vertrauen! Geben Sie uns eine Chance, in diese Gesellschaft hineinzuwachsen!“, rief Ahmad Parvizi, Leiter des Filmprojektes „Die Integration hat kein Drehbuch“, dem Publikum in der VHS Stuttgart zu. Vertreter und Mitarbeiter der Stadt Stuttgart, des Landesfilmdienstes Baden-Württemberg und der Malteser sowie zahlreiche Bewohner der von den Maltesern betreuten Flüchtlingsunterkunft in Stuttgart-Zuffenhausen waren zu dieser besonderen Filmpremiere gekommen. Bagher Karimi, der das Drehbuch für einen der drei an diesem Abend präsentierten Kurzfilme geschrieben hatte, ergänzte: „Glauben Sie an uns Flüchtlinge, denn wir haben viele Talente und Fähigkeiten mitgebracht.“

Gemeinsam mit vier weiteren Geflüchteten aus Afghanistan und Iran zeigten Parvizi und Karimi in ihren drei Kurzfilmen auf, was Integration in Deutschland für sie und andere Flüchtlinge bedeutet. Ihre selbst geschriebenen Drehbücher thematisieren reale Menschen und deren Erfahrungen, liebevoll erzählt mit Humor, Nostalgie und Dramatik.

„Die Integration von Flüchtlingen und Migranten in eine Gesellschaft hat kein starres Drehbuch“, erklärte Lady Parra, Leiterin des Malteser Migrationsbüros Baden-Württemberg und Malteser Diözesanreferentin Integrationsdienste, die das Projekt gemeinsam mit der Stuttgarter Malteser Ehrenamtskoordinatorin Masooma Torfa koordinierte. „Diesen schrittweisen Prozess voller Herausforderungen kennen unsere sechs Filmemacher sehr gut. Der Krieg trennte sie von ihren Heimatländern Afghanistan und Iran, aber die gemeinsame Leidenschaft für die Produktion von Filmen hat sie in Deutschland zusammengeführt“, so Parra.

Die sechs Geflüchteten nahmen an mehreren Workshops des Landesfilmdienstes Baden-Württemberg e.V. teil und eigneten sich die notwendigen Medienkompetenzen an, bevor sie den Maltesern in Stuttgart ihre Projektidee präsentierten und diese dafür begeisterten. „Mit diesem Filmprojekt verfolgten wir drei große Ziele“, erklärt Parra. „Zum einen wollten wir dem Filmteam Gelegenheit geben, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, Sicherheit zu gewinnen und so möglicherweise für sie einen Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen. Zum anderen möchten wir anderen Geflüchteten zeigen, welche positiven Erfahrungen unsere Filmemacher auf dem Weg in die deutsche Gesellschaft gemacht haben, und sie dadurch motivieren, selbst Ideen zu entwickeln, die eine Integration erleichtern können.“ Das dritte Ziel hat die Gesellschaft im Blick: „Wir möchten der Öffentlichkeit Gelegenheit geben, aus erster Hand die Lebenswelten und die persönlichen Geschichten von Flüchtlingen kennenzulernen“, betont die Leiterin des Malteser Migrationsbüros. Ihr Wunsch an die sechs Filmemacher: „Follow your dreams!“

Großer Dank seitens des Filmteams und der Malteser ging an die Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, die das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Empowerment VON Geflüchteten FÜR Geflüchtete“ finanziert hatte, sowie an den Landesfilmdienst Baden-Württemberg mit seiner Geschäftsführerin Simone Gunkel. „Jedes Filmprojekt ist eine große Herausforderung“, betonte Gunkel. „Doch bei diesem Projekt war es eine ganz besondere Herausforderung, die vielen unterschiedlichen Sprachen, Partner und Mitwirkenden sowie ihre Fähigkeiten zu bündeln.“ Sie sei sehr stolz darauf, dass in einem gegenseitigen „Empowerment“ qualitativ sehr hochwertige Filme entstanden seien. Für dieses „Empowerment“ bedankte sich auch Projektleiter Parvizi bei allen, die das Filmprojekt ermöglicht hatten: „Danke, dass Sie uns eine Möglichkeit gegeben haben, das Selbstvertrauen und die Selbstbestimmung, die man uns genommen hatte, wieder zurückzugewinnen!“ Ayse Oezbabacan von der Abteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart lobte die fruchtbare und lebendige Zusammenarbeit mit den Geflüchteten und den Maltesern: „Der Malteser Hilfsdienst ist ein wichtiger Partner der (Flüchtlings-)Integrationsarbeit. Eine weitere Kooperation wäre sehr zu begrüßen -  auch in anderen Themenbereichen.“

Die drei Kurzfilme sind auf dem Youtube-Kanal des Landesfilmdienstes Baden-Württemberg zu sehen.
Übrigens: Die Darstellerin der Carroll, vor rund einem Jahr aus Nigeria nach Stuttgart gekommen, erhielt bereits bei den Dreharbeiten in einem Seniorenheim ein Jobangebot als Pflegerin.

Jetzt die Filme hier online schauen:

The Classroom – wir lernen gemeinsam

The Victim – wer ist das Opfer?

Carrol – eine Liebesgeschichte und mehr

 

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE73370601931201219163  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7